Kanada

Mein Urlaub in Kanada im Juli/August 2019 war überhaupt nicht geplant und das Land gehörte nicht zu meinen nächsten Reisezielen. Doch wie so oft im Leben, kommt alles anders, als man denkt. Meine Mutter wurde von guten Freunden (ein deutsches Ehepaar, die bereits seit über 50 Jahren in der Nähe von Toronto leben) zu einem Urlaub nach Kanada eingeladen. Sie wollte die lange Reise nicht alleine antreten, zumal sie keine Englischkenntnisse hat. Als sie mich fragte, ob ich mitkäme, überlegte ich nicht lange, schließlich bietet sich so eine Gelegenheit nicht oft im Leben. Bekanntlich sind Direktflüge nach Kanada recht kostspielig, deshalb entschieden wir uns für Flüge ab Düsseldorf mit einem Zwischenstopp in London inklusive Handgepäck. Nach einem knapp zweistündigen Aufenthalt ginge der Anschlussflug nach Toronto, Kanada. Wir zogen freilich in Erwägung, dass der Zwischenstopp knapp bemessen sein könnte, doch unsere Sorgen schüttelten wir schnell wieder ab.

Nachher ist man immer schlauer

Ende Juli war es dann soweit, der Flieger rollte über die Startbahn des Düsseldorfer Flughafens und gab Vollgas. Nach einem angenehmen, knapp 90 Minütigen Flug kamen wir wohlauf in London an. Zügig machten wir uns auf zum Anschlussflug nach Kanada, Schalter B7, der sich gefühlt genau auf der anderen Seite des riesigen Flughafens befindet. Bei der computergesteuerten Sicherheitskontrolle wurde mein kleiner Rucksack separiert. Es nützte kein Grübeln und Ärgern, schließlich mussten wir warten, bis der Rucksack nach etwa 40 Minuten freigegeben wurde. Doch es war zu spät. Der Anschlussflug nach Kanada startete ohne uns. Oh ja, du kannst dir sicherlich unsere blöden Gesichter just in dem Moment vorstellen. Nachdem wir uns etwas berappelt hatten, holten wir uns Hilfe beim Serviceschalter. Glücklicherweise konnten unsere Flüge umgebucht werden, mit einer Verzögerung von rund 6 Stunden ging es endlich Richtung Kanada.

Hello Canada

Gegen 23 Uhr (Zeitunterschied im Sommer Deutschland – Toronto 6 Stunden, GMT-4) wurden wir herzlichst von unseren Freunden am Flughafen empfangen. Zuhause angekommen, wurde erstmal ein kühles Bier genossen und gequasselt. Der nächste Morgen begann mit einem leckerem Frühstück unter strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Der sogenannte „Jetlag“ blieb glücklicherweise aus und der unser Urlaub konnte völlig entspannt starten. Wie geplant machten wir uns mittags auf den Weg zur Cottage am Georgian Bay in der Nähe von Parry Sound, wo wir die nächsten Tage bzw. die meiste Zeit unseres Urlaubs die Seele baumeln lassen würden.

Georgian Bay

Das Haus befindet sich in einem dichten Waldgebiet, direkt am See. Ich habe nicht lange gezögert, zog meinen Badedress an und machte mit Anlauf eine Arschbombe ins Wasser. Herrlich! Vor der Abendessen erkundeten wir via Boot den See und die umliegende Nachbarschaft. Viele Nachbarn gab es allerdings nicht, stattdessen Natur pur. Umringt von Tannen, Laubbäumen, Büschen, Blumen und Wiese. In der Georgian Bay liegen zehntausende von Inseln, die den Namen Thirty Thousand Islands (deutsch „Dreißigtausend Inseln“) tragen, einschließlich der größeren Parry-Insel und der Christian-Insel. Unser Freund und Gastgeber Karl (Name geändert) berichtete uns, dass sich in den dichten und tückischen Wäldern regelmäßig Wanderer verirrten. Selbst er als erfahrener Wanderer und Jäger riet mir von Wanderungen in diesem Gebiet ab. Was natürlich sehr schade war, zumal ich meine Wanderstiefel inklusive Ausrüstung eingepackt hatte. Na gut, da musste ich die Vernunft walten lassen. Feststand, Langeweile würde nicht aufkommen. Nach unserer Erkundungstour wurde der Grill mit köstlichen Steaks bestückt, dazu gab es gebratene Portobello Pilze und geröstete Kartoffeln. Gemütlich und entspannt ließen wir den Abend ausklingen.

Philipp Buchale

Seit Jahren streife ich schon durch die Wälder Deutschlands und besuche atemberaubende Orte in ganz Europa unter anderem mit meinem Minicamper "Berlipop" ein Citroen Berlingo. Nach meinem Umzug aus der Großstadt Köln nach Solingen brauche ich nur noch ein paar Minuten zu Fuß und bin mitten im Grünen. Ob Natur- oder Städtereisen: Zuverlässige Ausrüstung ist Pflicht und wie bei vielen von uns Gearjunkies wird die Ausrüstungsauswahl immer größer. Jedes Vorhaben hat eben andere Ansprüche.

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